Warum sind die kleinsten Details im Meer so wichtig für unser Klima? In ihrem Science-Slam-Vortrag nimmt Laura das Publikum mit in die Welt der marinen Mikrobiologie und zeigt, wie eng das Leben im Meer mit dem globalen Klimasystem verbunden ist. Ausgehend von ihrer eigenen Neugier erklärt sie, womit sich die marine Mikrobiologie beschäftigt und warum Mikroorganismen wie Bakterien eine zentrale Rolle im Kohlenstoffkreislauf spielen.
Im Meer wird CO₂ aus der Atmosphäre aufgenommen, umgewandelt und langfristig gespeichert, unter anderem durch Prozesse, an denen winzige Organismen beteiligt sind. Anhand anschaulicher Vergleiche mit Bonbons wird verständlich, wie Mikroorganismen Zucker aufnehmen, teilen oder für sich behalten und warum diese scheinbar kleinen Entscheidungen große Auswirkungen haben können. Experimente aus der Tiefsee zeigen, dass sich das Verhalten der Mikroorganismen verändert, wenn viel komplexer Zucker verfügbar ist, und was das für die Speicherung von Kohlenstoff bedeutet.
Der Vortrag macht deutlich, dass das Meer bereits einen großen Teil der menschengemachten Emissionen abpuffert, gleichzeitig aber zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät. Am Ende bleibt die zentrale Botschaft: Meeresschutz ist Klimaschutz!
Unser Interview mit Laura Pareigis
1. Was motiviert dich, beim Science Slam mitzumachen?
Mich motiviert zum Science Slam vor allem, meine Begeisterung weiterzugeben. Denn, was ich forsche, interessiert nicht nur mich, sondern alle, weil es ein großes Thema, nämlich das Klima und das Meer betrifft. Jeder zweite Atemzug, den wir nehmen, kommt aus dem Meer. Deswegen ist es total wichtig zu verstehen, was da drin im Meer passiert. Und die Begeisterung, die ich habe, die will ich richtig gerne teilen. Seit ich acht bin, stehe ich auf Bühnen im Chor und dachte irgendwann, ich möchte gerne kombinieren: auf Bühnen stehen, meine Begeisterung teilen und Wissenschaft verständlich formulieren. Und da ist Science Slam ein richtig tolles Format, was das alles kombiniert, und es bringt mir wahnsinnig viel Spaß.
2. Warum denkst du, dass Wissenschaftskommunikation so wichtig ist?
Wir brauchen mehr Wissenschaftskommunikation, um zu zeigen, wie das System „Wissenschaften“ funktioniert – die Fragestellungen, die Methoden, die Veröffentlichungen, um diese Balance herzustellen zwischen „das ist die Wissenschaft“, „das sind echte Fakten“, „so funktioniert es“, um nicht den Verschwörungstheorien und den „Fake News“ die Übermacht zu lassen. Deswegen stehe ich richtig gerne auf Bühnen, erzähle Leuten, was ich mache, und begeistere sie dafür. Und erkläre ihnen von Fachbereichen, von denen sie vielleicht vorher noch nie gehört haben.