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Foto von Ulrike Pfohl

Bild: privat

Ulrike Pfohl – Medizin

Alle zehn Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Darmkrebs. Die Humanbiologin Dr. Ulrike Pfohl will diese Krebsart bekämpfen. Sie verfolgt dabei den Ansatz der personalisierten Medizin: Mit Hilfe von Biomarkern will sie vorhersagen, welche Therapien den größten Erfolg versprechen. Wie dieser Ansatz erfolgreich ist und helfen kann, die „Bestie“ Darmkrebs zu bändigen, zeigt sie in ihrem Science-Slam-Beitrag „Wie Darmkrebs in 10 Minuten gezähmt werden kann“.

Ulrike war 2024 in der siebten Staffel vom NDR „Science Slam im Podcast“ zu Gast. Dabei ist ihre Folge „S7E2 SCIENCE SLAM Ulrike Pfohl: Das Biest zähmen“ entstanden.

Unser Interview mit Ulrike Pfohl

1. Warum machst du beim Science Slam mit?

Ich mache beim Science Slam mit, weil ich dadurch die Möglichkeit habe, meine Doktorarbeit einem wissenschaftsinteressierten Publikum näherzubringen – und weil es Spaß macht, die anderen Slammys kennenzulernen!

2. Was begeistert dich an der Forschung?

Auch wenn ich nicht mehr aktiv in der präklinischen Forschung arbeite – die Möglichkeit, neue Entdeckungen zu machen, die das Potenzial haben, das Leben von Menschen zu verbessern, sowie das ständige Lernen und die Herausforderung, komplexe Probleme zu lösen, begeistert mich sehr.

3. Kannst du mir dein Thema in drei Sätzen erklären?

Ich habe Darmkrebsorganoide untersucht – das sind 3D-Zellkulturen aus Tumorgewebe – und dabei einen neuen Biomarker entdeckt, der vorhersagen kann, wie gut Patientinnen und Patienten auf bestimmte Medikamente ansprechen. Solche Biomarker helfen dabei, gezielt die richtige Therapie auszuwählen, was besonders in der personalisierten Medizin eine wichtige Rolle spielt. Dadurch können die Überlebenschancen und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessert werden.

4. Was hättest du in deinem Forschungsprozess gerne früher gewusst? 

Wie man Tumororganoide stabil genetisch verändern kann. Es war ein langer Prozess mit vielen Fehlschlägen, aber das gehört ja auch zu einer Doktorarbeit dazu.

5. Was ist das größte Missverständnis über dein Fachgebiet?

Dass man Krebs einfach „heilen“ kann. Krebs ist keine Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Erkrankungen. Wir können aber immer wieder neue Puzzleteile finden, wie zum Beispiel Biomarker, die helfen, die Erfolgschancen einer Behandlung zu verbessern.  

6. Was machst du, um nach einem anstrengenden Tag abzuschalten?

Um den Kopf freizubekommen, gehe ich Rock’n’Roll und Lindy Hop tanzen.

7. Was ist dein Lieblingspaper/-buch zu deinem Thema?

Mein Lieblingsbuch zu diesem Thema ist "Der König der Krankheiten" von Siddhartha Mukherjee. Es gibt einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Krebsforschung.

8. Welchen Rat würdest du anderen jungen Wissenschaftler*innen geben?

Bleibt neugierig, gebt nicht so schnell auf, vernetzt euch gut. Und ganz wichtig: Gönnt euch auch mal Pausen, um neue Energie zu tanken.