Was ist ein Science Slam?

Geballte Wissenschaft in 10 Minuten, verpackt in spannenden und anschaulichen Vorträgen: Das gibt es beim Science Slam! Junge Wissenschaftler verlassen die Labore und Hörsäle und präsentieren eigene Forschungsprojekte auf den Bühnen der Clubs, Theater und Kneipen.

Ob PowerPoint-Präsentationen, Requisiten oder Live-Experimente zur Veranschaulichung des Themas: Jegliche Hilfsmittel sind erlaubt! Die kurzweiligen Vorträge bieten auch fachfremden Zuhörern die Möglichkeit, sich von der Begeisterung der Slammer für ihr Projekt anstecken zu lassen. Auch wenn die Forschung hier im Mittelpunkt steht, spielt der wissenschaftliche Wert des Vortrages eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es darum, das Thema unterhaltsam aufzubereiten, und dem Publikum zu zeigen, welchen Projekten sich junge Wissenschaftler in ihren Labors und Bibliotheken widmen. Ziel ist es, mit wissenschaftlichen Themen Kopf und Herz der Zuschauer zu erreichen, denn das Publikum bildet die Jury und wählt den Sieger des Abends.


Erfolgsgeschichte

Das Format Science Slam wurde in Deutschland erfunden und entwickelt. Die ersten Science Slams fanden 2006 in Darmstadt und 2008 in Braunschweig statt, doch der wesentliche Durchbruch erfolgte mit dem ersten Science Slam in Hamburg 2009, der ein großes Medienecho hervorrief. Die Idee hat inzwischen zahlreiche Nachahmer gefunden, so dass es mittlerweile in den meisten deutschen Universitätsstädten Science Slams gibt. Auch international ist der Science Slam auf dem Vormarsch, sodass im Juni 2014 der erste europäische Science Slam in Kopenhagen stattfand.

Der Erfolg des Formats liegt darin begründet, dass eine direkte Kommunikation zwischen Nachwuchswissenschaftlern und Publikum stattfindet. Die persönliche Begeisterung für das jeweilige Projekt darzustellen, ohne sich nach den Erwartungen Dritter (wie etwa der verantwortlichen Pressestelle oder dem Arbeitsgruppenleiter) richten zu müssen, produziert maximale Authentizität, weckt dadurch beim Publikum Sympathie für den Vortragenden und auf diesem Weg das Interesse an den Inhalten. Und diesen Enthusiasmus der Slammer honoriert das Publikum in der Regel: Denn meist gewinnt nicht derjenige, der den größten Klamauk auf der Bühne veranstaltet, sondern derjenige, dem es am besten gelingt, ein komplexes Forschungsthema verständlich zu erklären.


Die Jury

Die Zuschauer bilden die Jury und diskutieren in Kleingruppen, welcher Vortrag mit welcher Punktzahl bewertet wird. Durch diese Wertung in Gruppen entsteht eine interaktive und kommunikationsfördernde Atmosphäre zwischen den Besuchern, die sich dabei aktiv mit Themen auseinandersetzen, von denen sie in vielen Fällen vorher noch nie gehört hatten. Viele Nachwuchswissenschaftler haben sich schon beim Versuch, Familie und Freunden ihr Projekt zu erklären, geeignete Geschichten und Metaphern überlegt, mit denen sie ihre Forschung anschaulich machen können. Beim Science Slam bekommen sie die Gelegenheit, ihre Forschungsprojekte mehreren hundert Leuten auf einmal zu präsentieren.